Fotografieren

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Smartphone Oder Kamera

Bestimmt war auch bei dir einer der Gründe dir ein Smartphone zuzulegen, schnell und unkompliziert Fotos zu schießen und Filme zu drehen. Mir jedenfalls ging es so, auch wenn ich meine professionellen Nikon Kameras und Objektive liebe und sehr gerne benutze. Aber will ich denn die schweren Kameras immer mit mir herumtragen? Nein! 
Und dann gibt es den einen Moment, den ich unbedingt festhalten will und habe mein Equipment gerade nicht dabei oder verpasse den einen Moment, bis ich meine Kamera aus dem Fotorucksack geholt und startklar gemacht habe.

Wie praktisch und schnell zur Hand ist dagegen mein iPhone. Außerdem ist es ja ohnehin jedermanns ständiger Begleiter. Es ist klein, leicht und ruckzuck parat und schon ist der gegenwärtige Moment auf dem Chip gespeichert.

Und weil alles so easy und unkompliziert geht, sammeln sich Unmengen an Fotos auf unserer Foto-Mediathek. Auch ich beobachte mich, dass sich durch die Digitalisierung schnell mal mehr Quantität als Qualität breit macht.

Wie war es früher

Vor über 30 Jahren begann ich zunächst für Tageszeitschriften später für große Magazine zu fotografieren. Was war das damals für ein Akt, bis ich das fotografierte Objekt als Abzug in den Händen hielt: Nach dem Shooting nach Hause gefahren, die Schwarz-Weiß-Negativ-Filme im Bad entwickelt und ausbelichtet und schließlich die Prints (später Dias) in der Redaktion abgegeben.

Der Zeit- und Kostenaufwand für ein Shooting waren früher um ein so viel größerer als heute! Die Digitalisierung hat dies enorm verändert. Es pielt es keine Rolle wie oft man auf den Kameraauslöser drückt, denn die Chips haben im Vergleich zu Filmen gigantisch viel Speicherplatz. Als ich damals noch mit Negativ- und Diafilmen fotografierte, überlegte ich genau, ob ich an der Kamera die Zeit und Blende richtig eingestellt hatte, die Schärfe stimmte usw., denn meine ersten Kameras und Objektive waren noch manuell zu bedienen. Und weil ich alle Kosten für Filme und deren Entwicklung selbst tragen mußte, war ich sehr konzentriert nicht verschwenderisch mit Material umzugehen. Ausserdem, nach 36 Aufnahmen einen Film zu wechseln, dauerte seine Zeit, die manchmal den tollen Moment kostete. So fragte ich mich immer: ist der Film sorgfältig eingelegt – es ist mir nicht oft passiert, dennoch hatte ich tatsächliche ein paar mal keinen Film eingelegt  oder er transportierte nicht… das war übel! Ich überlegte und schaute genau: stimmt das Licht, ist der Kontrast vielleicht zu groß oder klein… probierte aus, von wo ich am besten fotografierte, experimentierte mit dem Blickwinkel, der Perspektive, bis ich letztendlich auf den Auslöser drückte.

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als ein Sekunde schaut.

Henri Cartier Bression

Und wie ist es Heute

Heutzutage ist das Fotografieren einfach und kostengünstig. Das finde ich schön! Der Nachteil ist, dass wir massenhaft Fotos produzieren. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mich erdrücken diese Mengen an Bildern und so dachte ich mir: mach es wie früher!

Nun konzentriere ich mich jedes Mal auf mein Fotomotiv, was mir am Ende ein interessantes, ansprechendes Bild und nicht 100 Durchschnittsbilder beschert.

Ich gebe dir hier regelmäßig Tipps, wie auch du ganz einfach außergewöhnlichere Fotos kreierst. 

Heute geht es um die Perspektive, den Blickwinkel.

Fotografiere deinen Hund, deine Katze auf Augenhöhe. Lege dich auf den Bauch und halte die Kamera knapp über dem Boden. Knie dich hin und fotografiere/filme dein Kind aus einer tieferen Position. Wir neigen dazu, alles im Stehen abzulichten… das ist meist langweilig – eine Dynamik erzeugst du alleine schon durch einen tieferen Standpunkt.

Oder du testest einen höheren Standpunkt aus und fotografierst steil von oben. Eine Vogelperspektive kann dein Motiv zu einem außergewöhnlich Foto machen. Verändere beim Fotografieren mehrfach deine Postion, deinen Blickwinkel, deine Perspektive.

Probier´ es aus! Du wirst staunen, wie unterschiedlich das Ergebnis sein wird.

Außerdem dankt es dir dein Körper, dich in die Knie zu beugen dich hinzulegen, wieder aufzustehen oder irgendwo hochzuklettern. So hast du beim Fotografieren so ganz nebenbei ein Mini-Workout absolviert;-))

Viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal,

Deine

Andrea